Namibia mit Kindern im Dachzelt: Unser unvergesslicher Camping-Roadtrip durch Wüste und Wildnis - Teil I
Reisebericht
Aus einer spontanen Idee wurde die Reise unseres Lebens: Mit drei Kindern flogen wir nach Namibia, schliefen zwei Wochen im Dachzelt, durchquerten Wüsten und begegneten Geckos, Löwen und Wüstenelefanten. Ein Reisebericht, der bleibt.
Inhaltsverzeichnis
Diese Stationen haben Silke und Benjamin bereist

Vorbereitungen für unsere große Reise
Namibia liegt im Süden Afrikas und ist eines der am wenigsten bevölkerten Länder der Welt und gilt als sicheres Reiseland. Im 19. Jahrhundert war Namibia eine deutsche Kolonie, deren Einflüsse bis heute spürbar sind: Es gibt noch deutsche Ortsnamen, deutsche Schulen, es wird teilweise noch Deutsch gesprochen und in den Supermärkten werden auch deutsche Lebensmittel wie zum Beispiel Spätzle verkauft. Für die Einreise braucht man ein Visum, das man vorab online beantragen kann. Als Schutzimpfung werden Hepatitis A und B empfohlen, auch über eine Tollwut-Impfung kann man nachdenken. Auch ist ein Teil des Landes mittleres Malaria-Risikogebiet. Nach Rücksprache mit einer Tropenmedizinerin nahmen wir ein Notfallmedikament mit und verzichteten auf die Prophylaxe. Allerdings kauften wir Insektenschutzmittel für Haut und Kleidung. Wer mit Kindern reist, sollte unbedingt eine englische Übersetzung der Geburtsurkunden mit sich führen. Ein internationaler Führerschein ist ebenso notwendig.![]()
Unsere Flüge buchten wir mit Ethiopian Airlines mit einem Zwischenstopp in Addis Abeba in Äthiopien. Das war so deutlich günstiger als Direktflüge ab Frankfurt. Wir haben mit der Airline nur gute Erfahrungen gemacht, sie war sehr zuverlässig und kinderfreundlich!
Camping in Namibia
Es gibt eine große Anzahl an Autovermietungen in Namibia. Wir haben unseren Toyota Hilux über Safari Car Rental gemietet und waren sehr zufrieden. Da wir mit drei Kindern reisen, haben wir zwei Dachzelte gemietet. Das eine hatte eine Breite von 1,60 m, das andere von 1,40 m. Das bot uns genügend Platz, auch für fünf Personen. Auch die komplette Campingausstattung sowie zwei Ersatzreifen waren im Mietpreis enthalten.![]()
Bevor unsere Reise losging, buchten wir alle Campingplätze. Wir waren in den Osterferien unterwegs und hatten Bedenken, nicht immer einen Platz zu finden. Vor allem in den Nationalparks sind die Plätze an Feiertagen schnell ausgebucht. Wir waren sehr aufgeregt und zählten die Tage – und schließlich war es endlich so weit! Wir flogen nach Namibia!![]()
Unsere Anreise in den Süden Afrikas
Der Hinflug war über Nacht und recht angenehm. Außer unserem Kleinsten hat aber niemand so richtig viel geschlafen. Beim Anschlussflug nach Windhoek dann aber schon und so ging die Flugzeit von insgesamt 17 Stunden (inkl. Umsteigen) doch recht schnell vorbei.
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Am Flughafen in Windhoek, der Hauptstadt von Namibia, mussten wir zunächst durch die Passkontrolle. Obwohl wir das Visum extra vorab online ausgefüllt und bezahlt hatten, dauerte diese ewig. Als wir endlich unsere Stempel im Pass, unsere Koffer abgeholt und eine SIM-Karte gekauft hatten, wurden wir von unserem Autovermieter abgeholt.![]()
Nach einer gründlichen Einweisung in das Fahrzeug war es dann so weit: Wir konnten endlich das Land entdecken! Da in Namibia Linksverkehr herrscht, mussten wir uns erst mal kurz daran gewöhnen, auf der linken Straßenseite zu fahren. Wir fuhren in den nächsten Supermarkt und deckten uns mit ein paar Basics ein. Dann ging es weiter zu unserem ersten Campingplatz. Wir hatten uns für das Monteiro Camp etwas südlich von Windhoek entschieden. Dort wurden wir sehr freundlich empfangen und bekamen einen wunderschönen Platz mit Blick auf die Berge. Wir bauten das Dachzelt zum ersten Mal auf, vesperten etwas und fielen danach erschöpft ins Bett.![]()
Natur so weit das Auge reicht
Am nächsten Morgen wurden wir von Vogelgezwitscher geweckt. Wir haben alle sehr gut geschlafen, die Betten im Dachzelt waren überraschend bequem. Beim ersten Mal haben wir ewig gebraucht, um die Zelte zusammenzuklappen und so kamen wir erst recht spät los. Wir mussten noch mal kurz nach Windhoek reinfahren, da uns am Abend noch einige Dinge eingefallen waren, die wir für unsere Reise noch gebrauchen konnten. Also fuhren wir noch mal zum Supermarkt, tankten das Auto voll und besichtigten die lutherische Christuskirche in Windhoek, bevor wir unser Abenteuer endlich richtig beginnen konnten!![]()
Wir fuhren in Richtung Rehoboth und bogen dann auf eine Schotterstraße ab. Dort entdeckten wir Paviane am Straßenrand und kurz darauf überquerte eine Schildkröte die Straße. Nach dem doch recht belebten Windhoek waren wir nun in der Einsamkeit angekommen. Anderen Autos begegneten wir nur selten. Die unglaubliche Weite der Landschaft faszinierte uns sofort – das Land hat uns auf den ersten Metern mitgerissen! Nach einer Weile erreichten wir den Spreetshoogte-Pass und hatten eine gigantische Aussicht über die Wüste. Nach einer kurzen Pause fuhren wir auf den nächsten vier Kilometern etwa 1.000 Höhenmeter bergab. Seit ein Teil der Strecke gepflastert ist, ist sie mit nahezu jedem Pkw befahrbar, obwohl einige Serpentinen bis zu 22 Prozent Steigung haben.![]()
Auch die Fahrt nach dem Pass war wunderschön; die namibische Wüste ist eine wirklich faszinierende Landschaft. In der Ferne entdeckten wir die ersten Oryx-Antilopen, das Nationaltier Namibias. Das Camp Sesriem erreichten wir erst zum Sonnenuntergang. Dort bauten wir schnell unter einem Baum unsere Zelte auf und liefen dann ins Restaurant zum Abendessen.![]()
Im Sesriem-Nationalpark
Der große Vorteil bei einer Übernachtung im Nationalpark-Camp Sesriem ist, dass man früh morgens schon zu den weltbekannten Dünen fahren darf, noch bevor die Gates des Nationalparks öffnen. Dafür nimmt man in Kauf, dass der Campingplatz teurer und vielleicht nicht ganz so schick ist wie Plätze außerhalb des Parks. Um den Vorteil zu nutzen, standen wir am nächsten Morgen bereits um 5 Uhr auf. Noch war es dunkel, aber sobald die Sonne aufgeht, leuchten die Dünen in wunderschönen, verschiedenen Rottönen. Wir schafften es, um 6 Uhr loszufahren, und frühstückten während der Fahrt. Der Stress am Morgen hatte sich absolut gelohnt. Allein die Fahrt zum Sossusvlei vorbei an rot leuchtenden Dünenkämmen war wunderschön.![]()
Auf den höchsten Dünen der Welt
Ein weiterer Vorteil der frühen Morgenstunde ist die angenehme Temperatur. Dann ist der Sand noch nicht so heiß und durch die Feuchtigkeit der Nacht noch etwas fester. Somit ist es etwas weniger anstrengend, die Dünen zu besteigen. Um zum Sossusvlei zu gelangen, ist allerdings eine fünf Kilometer lange Fahrt über eine Sandpiste notwendig. Am Hauptparkplatz ließen wir Reifendruck ab und düsten dann durch den doch recht tiefen Sand. Wir erreichten den Parkplatz am Sossusvlei, ohne stecken zu bleiben, und liefen los, um eine der umliegenden, bis zu 300 Meter hohen Sanddünen zu erklimmen. Das war ganz schön anstrengend! Dafür war die Aussicht auf die umliegende Dünenlandschaft spektakulär. In der Ferne entdeckten wir im Schatten eines Baumes mehrere Oryx-Antilopen. Auch Echsen und eine Walzenspinne fanden wir im Sand. Nachdem wir eine ganze Weile auf dem Kamm nach oben gelaufen waren, hatten wir keine Lust mehr. Wir genossen die Aussicht noch etwas und hatten dann den schönsten Teil vor uns: Wir rannten die steile Düne hinab ins Deadvlei – was für ein Spaß!![]()
Das Deadvlei ist eine von Dünen umgebene Tonpfanne. Die Bäume im Deadvlei sind schon 1.000 Jahre alt. Seit 900 Jahren gelangt allerdings kein Wasser mehr zu ihnen, da der Fluss austrocknete. Deshalb sind die Bäume abgestorben. Sie können nicht verrotten, da die gesamte Wüste zu trocken ist. Die Landschaft wirkt wie von einem anderen Planeten. Barfuß spazierten wir durch die Tonpfanne und machten viele Fotos. Anschließend gingen wir durch die älteste Wüste der Welt zurück zu unserem Auto. Über die Sandpiste gelangten wir zum Hauptparkplatz, wo wir mit unserem kleinen Kompressor die Reifen wieder aufpumpten.![]()
Mittlerweile war die Temperatur auf 37 °C geklettert und wir waren froh, dass wir bereits am frühen Morgen gestartet waren. Wir hielten nur kurz an der bekannten Düne 45 und der sternförmigen Elim-Düne. Den Sesriem-Canyon wollten wir trotz der Hitze nicht auslassen. Der Tsauchab-Fluss hat vor einer Million Jahren eine einen Kilometer lange und 30 Meter tiefe Schlucht in die Felsen gegraben. Die Kinder waren zu müde, also stieg ich allein hinab in den Canyon und genoss den kühlenden Schatten der Felsen sehr.![]()
Anschließend fuhren wir zum Campingplatz. Wir hatten eine Nacht im Little Sossus Camp gebucht. Wir bekamen eine riesige Parzelle mit zwei Bädern und einer Küche zugewiesen, umgeben von atemberaubender Natur. Der Campingplatz gehörte zu den schönsten unserer Reise! Die unglaubliche Weite Namibias wurde uns hier noch einmal bewusst. Es war ziemlich warm und wir entspannten uns im Schatten. Gegen Nachmittag sprangen wir in den Pool, bis ein Sandsturm aufzog. Einen dramatischeren Himmel haben wir selten gesehen! Am Abend machten wir ein Lagerfeuer (in Namibia auch Braai genannt) und grillten Oryx-Antilope, während am Horizont die Sonne unterging.
Eine Stirnlampe sollte bei einer Reise nach Namibia zur Grundausstattung gehören. Wir finden sie unverzichtbar. Die Berger Stirnlampen wirken sehr stabil, sind sehr hell und leuchten weit. Man kann damit auch mal schnell schauen, was sich im Gebüsch bewegt. Praktisch wenn sie per USB-Anschluss aufladbar sind und man keine Batterien mitschleppen muss.
Fortsetzung folgt...
Wie der Roadtrip druch die Wüste weiter geht, kannst du nächste Woche hier lesen.

























