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Urlaubsideen
Besucherbeitrag
© Fritz Berger

In die Bretagne mit dem Wohnmobil

Reisebericht

Silke und Benjamin schwärmten seit Jahren von ihrem Urlaub in der Bretagne 2013. Es wurde also höchste Zeit, wieder hinzufahren. Und so entschieden sie sich dazu, die Osterferien in Frankreich zu verbringen.


Inhaltsverzeichnis


Graue Umrisskarte von Frankreich mit mehreren grünen Punkten entlang der nordwestlichen und westlichen Küste, verbunden durch dünne Linien mit kleinen nummerierten Textbeschriftungen
An diesen Stationen haben Silke und Benjamin auf ihrer Reise durch die Bretagne Halt gemacht. © Fritz Berger

Anreise in die Bretagne

Die wilde Küste Frankreichs, so wird die Bretagne auch genannt. Mit ihren spektakulären Felsabschnitten, wunderschönen Stränden und dem Zauber, den die Kelten mit ihren Druiden, Dolmen und Menhiren in der Region hinterlassen haben, üben seit jeher eine Faszination auf viele Reisende aus. Aber auch die originalen Handlungsorte der Krimireihe um Kommissar Dupin locken viele Touristen in Frankreichs westlichsten Zipfel.

Landstraße durch ein Dorf mit weißen Häusern; im Hintergrund Meer, Strand, Klippen, grüne Wiesen und blauer Himmel mit Wolken
Die Bretagne lockt mit schönen Dörfern, keltischer Kultur und wilder Natur. © Fritz Berger

Um in die Bretagne zu gelangen, muss man von Süddeutschland aus ein ganz schönes Stück fahren. 1.200 Kilometer trennen uns vom westlichsten Punkt des französischen Festlandes. Das Klima dort ist vom Atlantik geprägt und oft wechselhaft. Da wir noch ein paar Tage der ersten Hitzewelle in Frankreich mitnehmen wollten, wollten wir unseren Urlaub weiter im Süden beginnen und dann die Atlantikküste hochfahren.


Europas größte Wanderdüne

Bereits nach einer Zwischenübernachtung erreichten wir das Cap Ferret am Arcachon-Becken. Die Temperaturen enttäuschten uns nicht, bei 26°C konnten wir endlich wieder Sand zwischen den Zehen spüren, dem Rauschen der Wellen lauschen und den Sonnenuntergang genießen. Besonders schön an den weiten Sandstränden des Kaps sind die Aussichten auf Europas höchste Wanderdüne: die Dune du Pilat. Und genau diese wollten wir am nächsten Tag erkunden. Bei bestem Wetter suchten wir uns einen Campingplatz direkt am Fuße der Düne. Der Platz Panorama du Pilat bietet nicht nur einen direkten Zugang zur Düne, sondern auch eine wundervolle Aussicht über das Meer von den Stellplätzen aus.

Sonne knapp über dem Horizont über dem Meer, oranger Himmel und spiegelnde Pfützen auf nassem Sand bei Ebbe
Sonnenuntergang am Cap Ferret © Fritz Berger

Nach einer kurzen Stärkung machten wir uns auf, um den 2,7 Kilometer langen Sandkasten zu entdecken. An der höchsten Stelle ist die Düne ganze 110 Meter hoch! Durch den Sand die Steigung hochzulaufen war ganz schön anstrengend, aber die Aussicht von oben phänomenal. Wir ruhten uns etwas aus, machten Sandengel, beobachteten die vielen Gleitschirmflieger und ließen die Kinder im Sand spielen. Am meisten Spaß machte es uns jedoch, die Düne wieder runter zu rennen, ums uns dann am Meer abzukühlen. Erst am Abend erreichten wir erschöpft unseren Stellplatz unter Pinienbäumen und ließen den Tag am Grill ausklingen.

Drei Kinder sitzen auf einer Sanddüne und blicken aufs Meer; links ein Kind mit Sonnenhut, in der Mitte ein Kind mit weißer Kappe und gestreiftem T-Shirt, rechts ein Kind mit dunkler Kappe. Im Hintergrund über dem Wasser ein rot-weißes Fallschirmsege
Die Kinder lieben es, im Sand der Dune du Pilat zu spielen. © Fritz Berger

Über La Rochelle in die Bretagne

Am nächsten Morgen brachen wir in Richtung Norden auf. Durch die Osterfeiertage waren viele Reisende unterwegs, wodurch wir leider häufig im Stau standen. Unser Ziel, die Stadt La Rochelle, erreichten wir dadurch erst am frühen Nachmittag und konnten gerade noch den letzten freien Platz auf dem örtlichen Stellplatz ergattern. Nach einem kleinen Picknick machten wir uns zu Fuß auf, um die Stadt zu besichtigen. Dort war richtig viel los. Kein Wunder, bei bestem Wetter hatte es viele in die hübsche Studentenstadt mit dem bezaubernden kleinen Hafen gezogen. Wir bewunderten die zwei Türme, die die Einfahrt des alten Hafens bewachen und schlenderten durch die quirlige Innenstadt. An jeder Ecke standen Straßenkünstler und es herrschte eine ausgelassene Stimmung. Wir stärkten uns mit Crêpes und Eis und ließen uns treiben, bevor wir mit dem Bus zurück zum Stellplatz fuhren. Wir sehnten uns nach etwas Ruhe und beschlossen, unseren Platz wieder zu verlassen, um unweit einen einsameren Parkplatz direkt am Meer aufzusuchen. Wir hatten Glück und fanden einen traumhaften Schlafplatz. Dort konnten wir den Abend mit einem Glas Wein und Meeresfrüchten vom Bauern nebenan beim Sonnenuntergang ausklingen lassen.

Zwei runde Steintürme an einem Hafen, Wasser im Vordergrund, Boote am Kai, Gebäude und ein Kirchturm im Hintergrund, klarer Himmel
Zwei Türme bewachen die Hafeneinfahrt von La Rochelle. © Fritz Berger

Am Morgen wartete auf die Kinder eine Überraschung. Der Osterhase hatte uns auch in Frankreich gefunden und auf dem ganzen Gelände Schokoeier verteilt. Nach einer ausgiebigen Suche frühstückten wir gemütlich unser Osterhasen-Baguette vor wir weiter in die Bretagne fuhren.

Person mit Brille und grünem Pullover, lächelt und hält zwei lange Baguettes an einem Holztisch; im Hintergrund Gras, ein Schild, Wasser und klarer Himmel
Osterhasen-Baguette zum Frühstück © Fritz Berger

Das heutige Tagesprogramm hatte unser 5-jähriger ausgesucht. Äußerst interessiert an allen möglichen Sagen und Geschichten, wollte er unbedingt die Menhire von Carnac sehen. Über 3000 Hinkelsteine stehen hier, warum genau, ist bis heute unklar. Wir haben jedenfalls jede Menge Theorien und die Kinder waren ganz fasziniert.

Grasfeld mit zahlreichen aufrecht stehenden Steinen, Bäume im Hintergrund und bewölkter Himmel
Menhire von Carnac © Fritz Berger

Für die Nacht hatten wir uns einen nahegelegenen Stellplatz auf der Halbinsel Quibéron ausgesucht. Vor allem die Westseite der Halbinsel faszinierten uns, denn hier peitscht der Atlantik besonders wild gegen die raue Küste. Wir spazierten noch eine Weile bei Sonnenuntergang an der Küste entlang und bestaunten die meterhohen Wellen, bevor wir bei Meeresrauschen im Wohnmobil einschliefen.

Küstenlandschaft mit grasbewachsenem Vordergrund und rosa Blüten, Wellen schlagen gegen felsige Klippen, Gischt steigt auf, weiter Küstenabschnitt im Hintergrund
Meterhohe Wellen schlagen an der wilden Küste der Halbinsel Quibéron hoch. © Fritz Berger

Die wilde Küste eignet sich gut zum Wandern

Felsige Küstenlinie mit Wellen, kleiner Bucht, grasbewachsene Klippen und blauem Himmel mit vereinzelten Wolken
Eine einsame Bucht, die zum Pause machen einlädt. © Fritz Berger

Am nächsten Tag wollten wir Wandern gehen. Wir hatten uns für eine Tour entschieden, die laut Beschreibung des Wanderführers etwas abseits der Touristenmassen startete und tatsächlich war es im kleinen Dorf Moelan-sur-Mer erstaunlich ruhig. Wir liefen bei bestem Wetter fünf Kilometer entlang der blühenden Küste, hinter jeder Ecke gab es einen neuen schönen Ausblick. Ein besonderes Highlight waren aber vor allem die kleinen Sandbuchten, die nur durch etwas Klettern zu erreichen waren. Auch für die Kinder ein kleines Abenteuer.

Sonnenuntergang über dem Meer, mehrere kleine Boote auf dem Wasser, Sonne knapp über dem Horizont, Lichtreflexe auf der Wasseroberfläche
Sonnenuntergang am Strand von Trégunc © Fritz Berger

Nach unserer Wanderung waren wir müde und wollten direkt einen Stellplatz aufsuchen und den Abend bei dem schönen Wetter ausklingen lassen. Ein Stopp auf dem Weg dorthin musste jedoch noch sein. Wir hielten am Bélon-Fluss, um dort die berühmten Bélon-Austern zu probieren. Diese gelten weltweit als Delikatesse und das Kilo kostet gerne mal 50 Euro und mehr. Direkt am Fluss kann man sie jedoch sehr günstig erwerben und das auch noch fangfrisch. Unseren Schlafplatz fanden wir schließlich in Trégunc auf einem Parkplatz direkt am Meer. Hier sind Wohnmobil offiziell erlaubt und einen wunderschönen Sonnenuntergang gab es auch.

Drei Personen sitzen auf Felsen und blicken aufs Meer; zwei tragen blaue Jacken, eine eine grüne Jacke. Felsenküste, Meer, wolkiger Himmel und ein Leuchtturm im Hintergrund
Pause an der felsigen Küste der Pointe du Raz © Fritz Berger

Nach einer ruhigen Nacht ging es für uns am nächsten Tag weiter zur Pointe du Raz. Der Leuchtturm am Kap wird oft als westlichster Punkt des französischen Festlands bezeichnet und ist auch deshalb ein Touristenmagnet. Zwar ist der westlichste Punkt noch ein Stück weiter, aber wir verstanden sofort, warum es viele an das felsige Kap zieht. Schon die Fahrt dorthin war wunderschön. Dank strahlendem Sonnenschein entschieden wir uns dazu, auch hier eine kleine Runde wandern zu gehen und freute uns an der phänomenalen Natur. Anschließend stärkten wir uns mit bretonischen Gallette vor es uns zum „echten“ westlichsten Punkt weiterzog.

Mehrere Wohnmobile auf einer Grasfläche nahe der Küste, Meer am Horizont, schmaler Weg, bewölkter Himmel mit Sonne
Stellplatz in Plouarzel © Fritz Berger

Wir übernachteten auf dem schönen Stellplatz von Plouarzel. Ein ehemaliger Campingplatz wurde hier zum Stellplatz umfunktioniert. Unkompliziert und für wenige Euro hatten wir einen tollen Blick über das Meer. Die wilde blühende Küste und vor allem der Sonnenuntergang waren einzigartig.

Strand mit glatten, runden Felsen im Vordergrund, schmaler Sandstreifen, Meereswellen, orange-braune Felsklippe rechts, heller Himmel mit dünnen Wolken
Sonnenuntergang am westlichsten Punkt des französischen Festlands © Fritz Berger

Auch die Nordküste der Bretagne hat viel zu bieten

Rötlich-braune Felsformationen an der Küste, im Hintergrund ein Leuchtturm auf einem Felsvorsprung, ein Gebäude rechts, Meer links und bedeckter Himmel
Die roten Felsen der Côte de Granite Rose © Fritz Berger

Auch am Tag darauf wartete eine beliebte Touristenattraktion auf uns: die Côte de Granite Rose. Der Granit hat hier eine rosa Farbe und die Gezeiten haben bizarre Felsformationen aus den Steinen geformt. Aufgrund der schwierigen Parksituation in Ploumanac’h entschieden wir uns dazu, auf einen Campingplatz zu gehen. Dieser war tatsächlich komplett ausgebucht und wir haben uns gerade noch den letzten Platz gesichert. Von dort aus liefen wir in den Ort, um uns zunächst mit Crêpes und Gallette zu stärken. Anschließend gingen wir an der Küste entlang zurück. Die Kinder hatten einen riesen Spaß daran, auf den Felsformationen herumzuklettern. Zudem hat uns der imposante Leuchtturm sehr gut gefallen.

Weißes Wohnmobil am Straßenrand vor Küstenklippen und blauem Himmel
Am Cap Frehel © Fritz Berger

Am darauffolgenden Tag erwartete uns der nächste Leuchtturm. Wir fuhren weiter zum Kap Frehel. Allein die Anfahrt war wieder wunderschön und wir stoppten etliche Male, um Fotos zu machen. Bei einem Picknick genossen wir die fantastische Aussicht und liefen um das Kap, das auch als Nistplatz bei Vögeln sehr beliebt ist. Gerne wären wir hier länger geblieben, aber der Parkplatz erlaubte nur einen Aufenthalt von wenigen Stunden. Da das Wetter wieder super war, entschieden wir uns dazu, nur ein Stückchen weiter zu fahren und fanden in St. Cast le Guido einen perfekten Parkplatz (Wohnmobile offiziell erlaubt!), um die Sonne für den Rest des Tages zu genießen. Hier hat man eine wunderschöne Aussicht auf das Meer und die Austernbänke. Wir konnten den Bauern von oben beim Ernten zuschauen. Unsere Tochter wollte unbedingt noch ans Meer, also wagten wir den steilen Abstieg und sammelten auf dem riesigen Sandstrand jede Menge Muscheln.

Drei Personen sitzen mit dem Rücken zur Kamera auf einer Parkbank auf einer grasbewachsenen Anhöhe und blicken auf das Meer und die Küste
Wir beobachten fasziniert, wie die Bauern die Austernbänke abernten. © Fritz Berger

Ein Abstecher, der sich lohnt

Langsam neigte sich unsere Reise dem Ende zu. Ein besonderer Höhepunkt wartete jedoch noch auf uns. Bevor wir dorthin fuhren, hielten wir aber noch in Quelmer. Dort gibt es am Hafen einen kleinen Schiffsfriedhof. Die Schiffe liegen hier schon seit Jahren und wurden dem Meer überlassen. Graffiti-Künstler haben sie bunt angesprüht. Manche sind noch deutlich als Schiff erkennbar, andere nahezu komplett verrottet. Wer Lost Places mag, ist hier richtig.

Rostiges, beschädigtes Schiff liegt schräg auf einem kiesigen Ufer; ruhiges Wasser, Segelboot und entfernte Uferlinie im Hintergrund
Schiffsfriedhof in Quelmer © Fritz Berger

Unser letzter Halt lag eigentlich schon in der Normandie. Wir besuchten den Mont St. Michel. Wir parkten unser Wohnmobil auf dem teuren Parkplatz für 18 Euro/24 Stunden. Von dort aus gibt es immerhin einen kostenlosen Shuttle zur Insel. Als wir diese erreichten, war gerade Ebbe und wir konnten fast einmal im Watt um den heiligen Berg herumlaufen. Nur weiter hinten wurde es uns zu matschig. Anschließend liefen wir hinauf zum Kloster und waren richtig begeistert. Erst abends fuhren wir mit dem Shuttle zurück zum Parkplatz. Da es unser letzter richtiger Abend war, beschlossen wir, hier zu übernachten und noch einmal lecker Essen zu gehen. Das Restaurant Le Ferme können wir hierfür sehr empfehlen. Mit einer Zwischenübernachtung fuhren wir schließlich wieder zurück nach Hause.

Beleuchtete befestigte Anlage auf einer felsigen Insel bei Dämmerung, im Vordergrund ein Steg, umgeben vom Meer
Der Mont St. Michel war eines unserer Highlights der Reise. Die Kinder sprechen heute noch davon. © Fritz Berger

Auch auf dieser Reise konnte die Bretagne uns begeistern. Wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter. Da das Klima der Bretagne unter dem Einfluss des Atlantiks steht, ist das Wetter oft wechselhaft. Wir hatten jedoch den ganzen Urlaub über milde Temperaturen und fast immer Sonnenschein. Landschaftlich ist die Gegend ein Highlight, aber auch der Zauber der Kelten ist überall spürbar. Wir werden sicher auch bei unserem nächsten Besuch viele neue Orte finden, die es wert sind, entdeckt zu werden.

Grasbewachsene Klippe mit kleinem Sandstrand, Wellen und blauem Meer unter wolkigem Himmel
Die wilde Schönheit der Bretagne begeisterte uns. © Fritz Berger

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