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Elektronik
© Fritz Berger

Unabhängig dank Wechselrichter im Wohnmobil

So betreibst du haushaltsübliche Elektrogeräte mit Batteriestrom

Kaffee kochen und Haare föhnen ohne Landstromanschluss? Mit einem Wechselrichter ist das möglich. Er wandelt Batteriespannung in haushaltsübliche 230 Volt um – auch ohne Landstrom. Worauf du beim Kauf eines Wechselrichters achten musst, erfährst du hier.


Inhaltsverzeichnis


Wechselrichter sorgt für mehr Autarkie

Zuhause lassen sich Elektrogeräte einfach in Betrieb nehmen: Stecker rein, den Schalter auf „on“ und los geht’s. Klar, unsere Stromversorgung ist schließlich genormt – zumindest in deutschen Haushalten ist die Spannung auf 230 Volt ausgelegt und auch Geräte mit mehr als 3.000 Watt lassen sich ohne Einschränkungen nutzen.

Im Wohnmobil und Wohnwagen sieht das anders aus, denn serienmäßig ist das Bordnetz nur auf Batteriestrom mit 12 Volt ausgelegt. Ohne Außenstromanschluss sind die Haushaltssteckdosen also tot.

Funktionsweise des Wechselrichters

Föhn, Kaffeemaschine und weitere haushaltsübliche Geräte lassen sich ohne Landstrom nur über einen Wechselrichter betreiben. Dieses, auch Inverter genannte, Gerät wandelt 12 -Volt-Batteriespannung in 230-Volt-Wechselspannung um.



Wechselrichter gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen

Wechselrichter gibt es in verschiedenen Ausführungen.

  • Reine Sinus-Wechselrichter erzeugen die gleiche Ausgangsspannung, wie sie auch zuhause aus der Steckdose kommt. Mit diesen Wechselrichtern lassen sich selbst empfindliche Elektrogeräte bedenkenlos betreiben.
  • Sinusähnliche Wechselrichter sind oftmals bis zu einigen Hundert Euro günstiger als reine Sinuswandler. Bildet man jedoch die Spannung eines sinusähnlichen Wechselrichters in einem Koordinatensystem ab, zeigt sich eine treppenförmige Kurve. Diese ist der reinen Sinuskurve zwar sehr ähnlich, ermöglicht aber nicht den Betrieb von Geräten mit sensibler Steuerungselektronik.
  • Trapez-Wechselrichter sind die billigsten, aber auch einfachsten Spannungswandler. Sie generieren einen trapezförmigen Spannungsverlauf, der große Differenzen aufweist. Darum können bei Endgeräten mit eingebautem Transformator in Verbindung mit einem Trapez-Wechselrichter Störungen auftreten, einige Geräte funktionieren mit diesen einfachen Wechselrichtern überhaupt nicht.

Die beste Wahl

In der Praxis sind reine Sinus-Wechselrichter die bessere Wahl. Denn damit lassen sich alle Elektrogeräte problemlos betreiben und es besteht keine Gefahr, das Endgerät durch falsche Spannungswerte zu beschädigen. Wer sich aus Kostengründen für einen günstigen Trapez-Wechselrichter entscheidet, spart möglicherweise am falschen Ende. Hier findest du Wechselrichter mit reiner Sinusspannung im Berger Onlineshop.



Beim Wechselrichter kommt es auf die Leistung an

Wechselrichter gibt es in unterschiedlichen Leistungsklassen, zu erkennen an der jeweils genannten Wattzahl. Vor dem Kauf eines Wechselrichters solltest du überlegen, wie viel Watt das leistungsstärkste Gerät besitzt, das du mit dem Wechselrichter betreiben möchtest. Dabei musst du auch immer eine Reserve berücksichtigen, da während des Betriebs Leistungsverluste auftreten können. Für den Betrieb eines Föhns mit 1500 Watt sollte der Wechselrichter mindestens 1700 Watt leisten. Möchtest du mehrere Elektrogeräte gleichzeitig über den Wechselrichter betreiben, musst du die Wattzahl jedes einzelnen Gerätes addieren.


Erhöht ein Wechselrichter den Stromverbrauch?

Moderne Wechselrichter benötigen nur sehr wenig Energie. Bei hochwertigen Markengeräten beträgt der Wirkungsgrad mehr als 92 Prozent. Ob für den Betrieb eines Elektrogerätes ein Wechselrichter mit 300 oder 1.500 Watt verwendet wird, spielt für den Stromverbrauch keine Rolle. Entscheidend für den Stromverbrauch und damit die benötigte Batteriekapazität ist die Leistung des Endgeräts.


Nützliche Funktionen von Wechselrichtern

  • Solange ein Wechselrichter eingeschalten ist, verbraucht er einen geringen Ruhestrom. Daher ist es empfehlenswert, den Wechselrichter nur einzuschalten, wenn er auch gebraucht wird. In der Regel ist der Spannungswandler aber gut versteckt in einem Staufach eingebaut. Daher gibt es für bestimmte Wechselrichter optional eine Fernbedienung
  • Einige Wechselrichter sind mit einer so genannten Netzumschaltung ausgestattet, die erkennt, wenn das Wohnmobil am Landstrom angeschlossen ist und den Wechselrichter abschaltet. Verwendest du einen Wechselrichter ohne Netzvorrangschaltung, musst du ihn immer manuell abschalten, solange 230-Volt-Strom von Außen verfügbar ist. Sonst kann die Bordelektronik beschädigt werden.

Hier findest du viele Wechselrichter und Spannungswandler im Berger Onlineshop.


Wechselrichter im Wohnmobil einbauen

VORSICHT BEIM EINBAU

Komponenten der Bordelektronik solltest du nur einbauen, wenn du ausreichend Fachkenntnis im Bereich der Elektronik besitzt.

Wie bei allen Arbeiten an der Elektroanlage, musst du zunächst die Batterie abklemmen. Um einen Kurzschluss zu vermeiden, entfernst du erst den Minuspol, dann den Pluspol. 

  1. Den Wechselrichter installierst du nah an der Bordbatterie. Da in den Wechselrichter viel Strom fließt, sollte das Kabel möglichst kurz ausfallen, um Verluste zu vermeiden. Beachte auch den Kabelquerschnitt. Dieser darf nicht zu dünn ausfallen, da das Kabel ansonsten überhitzen kann. Die geforderten Maße kannst du der Einbauanleitung des Wechselrichters entnehmen.
  2. Die Verbindung von Wechselrichter, Kabel und Batterie erfolgt über Rohrkabelschuhe. Die Kabelschuhe werden mit einer großen Crimpzange auf die Anschlussstellen gepresst.
  3. Die Plusleitung zwischen Batterie und Wechselrichter musst du mit einer Midi-Sicherung absichern. Die benötigte Größe orientiert sich an der Leistung des Wechselrichters und dem Kabelquerschnitt.
  4. Als Schutz vor einem Fehlerstrom, musst du den Wechselrichter über ein Erdungskabel mit der Karosserie verbinden. Dafür ist am Wechselrichter ein entsprechender Anschluss vorgesehen.

Fazit: mehr Autarkie, mehr Möglichkeiten

Mit einem Wechselrichter kannst du verschiedene Haushaltsgeräte mit Batteriestrom betreiben. Achte bei der Auswahl des Wechselrichters darauf, dass die Leistung ausreichend stark ist. Wähle lieber einen Wechselrichter mit mehr Watt als nötig, dann bist du auf der sicheren Seite. Ganz lautlos sind Spannungswandler übrigens nicht. Leistungsstarke Geräte besitzen meist einen Lüfter, der den Wechselrichter während des Betriebs kühlt. Der Lüfter arbeitet jedoch nur solange, wie das Elektrogerät genutzt wird. Daher besteht keine dauerhafte Geräuschbelastung.

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