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© Fritz Berger
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Einbau des Berger Deluxe Solaranlage Komplettsets

Montage auf dem Wohnmobildach

Silke und Benjamin haben eine Berger Deluxe Solaranlage selbst auf ihrem Wohnmobil montiert. In diesem Beitrag geben die beiden wertvolle Tipps für den Einbau. So viel vorweg: für den Selbsteinbau muss man kein Werkstattprofi sein.


Inhaltsverzeichnis


Das spricht für eine Solaranlage

Weißes Wohnmobil mit mehreren Dachluken und einem Solarpanel auf einer gepflasterten Fläche neben einem weißen Haus und einer grünen Hecke
Unser Wohnmobil mit komplett installierter Solaranlage. © Fritz Berger

Autark zu stehen, bedeutet ein Stück mehr Freiheit. Sei es auf abgelegenen Stellplätzen, Bauernhöfen wie Landvergnügen oder auf Parkplätzen. Doch oft ist gerade hier die Stromversorgung nicht oder nur wenig vorhanden. Aber auch auf Campingplätzen schlägt die Stromgebühr häufig mit einigen Euros zu Buche. Um unabhängiger zu sein, haben wir uns dazu entschieden, ein Solarmodul auf unser Wohnmobildach zu bauen.

Hier erfährst du mehr über Solaranlagen im Allgemeinen.

Wir haben uns für das Berger Deluxe Solaranlagen Komplettset mit 195 Watt entschieden, da dieses verspricht, auch bei ungünstigen Wetterverhältnissen genügend Leistung zu erbringen. Die Montage der Anlage haben wir selbst vorgenommen.



Wahl der optimalen Einbauposition

Zunächst ist es wichtig, die Dachfläche genau auszumessen, um so die maximale Größe für die Anlage zu ermitteln. Die Montagefläche muss eben sein, auf schrägen oder gewölbten Flächen haftet das Modul nicht sicher. Die kurze Seite mit dem Montagespoiler sollte idealerweise in Fahrtrichtung ausgerichtet sein. 

Zudem ist es sinnvoll, auf die Gewichtsverteilung zu achten, da das Modul auch einiges wiegt (in unserem Fall knapp 14 Kilo). Für Wartung, Reinigung und Montage ist die Lage am Rand oder in der Nähe eines großen Fensters empfehlenswert, so kommt man auch mal mit einem Lappen zur Reinigung dran. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Anlage so wenig wie möglich beschattet wird, wie zum Beispiel durch eine schon vorhandene Sat-Anlage, um die Leistung nicht zu mindern.


Vorbereitung für den Einbau der Solaranlage

Großes rechteckiges braunes Kartonstück auf einer weißen Fläche; kleine schwarze Markierung am oberen Rand; oben rechts ein geöffnetes Fenster mit weißem Rahmen; rechts strukturierte Hausfassade sichtbar
Eine Schablone der Solaranlage erleichtert die Positionierung auf dem Dach. © Fritz Berger

Zu Beginn sollte geprüft werden, ob das Wohnmobil/Wohnwagen-Dach begehbar ist. In unserem Fall konnten wir direkt auf dem Dach arbeiten, was die Montage etwas erleichtert. Beim Berger Deluxe Solaranlagen Komplettset sind die Montagespoiler bereits in den Rahmen des Moduls integriert, somit entfällt die Montage der Spoiler am Solarmodul.

Wir empfanden es als hilfreich, im Vorhinein eine Trockenübung mit einer Schablone zu machen. Wir haben das Solarmodul auf einem Karton abgepaust und mit diesem den passenden Ort gesucht, auch die Position der Dachdurchführung konnten wir so leichter finden.

Schmales, längliches Stabgehäuse mit transparentem Streifen, zwei schwarze Kabel an den Enden, montiert auf heller Fläche; rechteckige Platte mit sichtbarer Schraube im Vordergrund
Durch die Verlegung eines Kabelkanals ist das Kabel sicher montiert. © Fritz Berger

Die Leitungslänge zwischen Modul und Batterie sollte so gering wie möglich gehalten werden. Sollte der Weg zwischen Solarmodul und Dachdurchführung länger sein, empfiehlt es sich, das Kabel in einem Kabelkanal zu verlegen.

Der Kabelkanal wird auf das Wohnmobildach aufgeklebt. Das Kabel sollte im Innenraum an einer geeigneten Stelle rauskommen, zum Beispiel in einem Schrank, damit man das Kabel dann versteckt verlegen kann.

Wenn man dann den richtigen Platz gefunden hat, ist es nützlich, den Bereich auf den die Spoiler später aufgeklebt werden sollen, vorher auszumessen und mit Kreppband zu markieren. Dabei kann wieder die Schablone zum Einsatz kommen.

Weiße flache Oberfläche mit einem braunen Kartonstück, an den Seiten mit gelbem Klebeband befestigt; links eine Klebebandrolle, vorne ein Lineal; im Hintergrund zwei rechteckige Öffnungen über einer kiesbedeckten Fläche
Genaues Ausmessen der Position mit Hilfe der Schablone. © Fritz Berger

Beim späteren Aufsetzen hilft diese Markierung auch dabei, das Modul gerade auszurichten. Dieser Bereich sollte von grobem Dreck befreit und anschließend gründlich gereinigt werden. Wir haben zunächst Aceton benutzt und anschließend mit dem Dekaclean Ultra Putztuch aus dem Dekalin Klebeset für Solarmodule nachgereinigt. Mit diesem Tuch werden auch die Flächen der Montagespoiler gründlich gereinigt.



Weiße Arbeitsfläche mit gelbem Klebeband in Rechteckform, gefaltetes weißes Papiertuch in der Mitte, Edelstahlspüle oben links, Etikett links, weiße Platte mit zwei Schrauben und blauem Tuch unten
Der Arbeitsbereich kann mit Kreppband markiert werden, das erleichtert die Reinigung. © Fritz Berger

Als nächster Schritt wird das Loch für die Dachdurchführung gebohrt. Die passende Stelle muss man sorgfältig ausmessen und ein circa 10 Millimeter großes Loch mit einer Bohrmaschine durch die Dachhaut bohren. Es empfiehlt sich, mit einem kleineren Bohrer zu beginnen und das Loch stufenweise aufzuweiten. Anschließend muss auch dieser Bereich gründlich gereinigt werden. Wir konnten die vorhandene Bohrung der alten abgebauten Sat-Anlage nutzen und konnten diesen Schritt überspringen.


Montage des Solarmoduls

Hand mit weißem Handschuh hält einen runden Tupfer an Stab über einer schwarzen glänzenden Oberfläche; kleine Flasche mit gelbem Etikett auf der Oberfläche; weißer Rand oben links
Der Dekavator bereitet die Oberfläche für eine optimale Verklebung vor. © Fritz Berger

Die Dachflächen und die Spoiler werden mit Aktivator eingestrichen. Dabei ist darauf zu achten, ausschließlich in eine Richtung zu streichen.



Nach einer kurzen Ablüftzeit kann der MS-5 Kraftmontagekleber mithilfe einer Katuschenpresse großzügig auf den Spoilern aufgetragen werden. Zum Aufsetzen auf die vorbereitete Dachfläche sollte man am Besten zu zweit sein.

Zwei Personen auf dem Dach eines weißen Wohnmobils heben ein rechteckiges Solarpanel über eine Dachöffnung; Kabel und Werkzeuge sind sichtbar
Die Solaranlage sollte zu zweit aufgesetzt werden. © Fritz Berger

Dann kann das Solarmodul leicht angedrückt werden, sodass der Kleber rundherum nach außen quillt. Mit Hilfe einer Mischung aus Wasser und Spülmittel kann man anschließend die Klebefugen glattziehen.



Vor dem Verkleben der Dachdurchführung wird das Kabel durch die PG-Verschraubung geschoben und in den Innenraum gelegt. Wichtig ist, darauf zu achten, die richtige Dichtung in die PG-Verschraubung einzusetzen, da dem Komplettpaket zwei verschiedene Dichtungen (je nach Kabelquerschnitt) für das Kabel beiliegen.

Rechteckige schwarze Kabeldurchführung in einer weißen Fläche, zwei schwarze Kabel führen hindurch, an einem Kabel eine beige Plüschkugel, rechts blaues Klebeband
Zum Einziehen des Kabels im Innenraum ist die PG-Verschraubung noch nicht festgezogen. © Fritz Berger

Wenn das komplette Kabel in den Innenraum gezogen wurde, kann die PG-Verschraubung an der Dachdurchführung festgezogen werden. Wie auch beim Solarmodul wird nun der Dekavator auf die Dachdurchführung und das Dach aufgetragen und nach einer kurzen Wartezeit mit Dekasyl verklebt.

Nahaufnahme eines schwarzen rechteckigen Gehäuses mit zwei schwarzen Kabeln, umgeben von weißer Dichtungsmasse auf weißer Fläche
Auch die Dachdurchführung wird wie das Modul mit Kraftkleber auf das Dach geklebt. © Fritz Berger

Kabelverlegung zum Laderegler

Schwarzes elektronisches Gerät mit Aufschriften, an einer Holzplatte befestigt, mehrere farbige Kabel und Steckverbinder darunter
Der Laderegler wird mit vier Schrauben an die Wand geschraubt. © Fritz Berger

Während der Elektroarbeiten im Innenraum haben wir das Solarmodul mit unserer Schablone aus Karton abgedeckt, damit kein Strom erzeugt wird.

Im Innenraum kann das Kabel in vorhandenen Kabelschächten verlegt werden. Wir konnten das Kabel auf kurzem Weg vom Dachschrank hinter einer Blende verstecken und dahinter zur Aufbaubatterie führen, die bei uns im Doppelboden untergebracht ist. Der Laderegler wird mit vier Schrauben nahe der Aufbaubatterie in der Hackgarage montiert.

Wichtig ist es hierbei, den Laderegler mit etwa 10 Zentimetern Abstand zu umliegenden Wänden etc. zu montieren, um die Kühlung zu gewährleisten. Danach kann das Solarkabel auf die benötigte Länge gekürzt werden. Zum Abisolieren des flexiblen Solarkabels empfiehlt sich eine gute Abisolierzange. Ansonsten passiert es leicht, dass beim Entfernen der schwarzen Isolierung die Litzen der Leitungen beschädigt werden. 

Mithilfe des übrigen Kabels kann der Laderegler an die Aufbaubatterie angeschlossen werden. Zwischen Batterieanschlusskabel und Aufbaubatterie muss in die Plus-Leitung noch die mitgelieferte 20-A-Sicherung in Reihe geschalten werden, und zwar so, dass die Sicherung nicht weiter als 15 Zentimeter von der Batterie entfernt ist.

Zwei Kabel (rot und schwarz) auf grauem, gesprenkeltem Untergrund; rotes Kabel mit durchsichtiger zylindrischer Glasröhre mit Metallkappen und gelben isolierten Kabelschuhen; schwarzes Kabel mit gelben isolierten Kabelschuhen und orangefarbenem Steck
Das Batterieanschlusskabel mit der 20 A-Sicherung. © Fritz Berger

Die Enden des Batterieanschlusskabels werden mithilfe einer Crimpzange mit Ringösen versehen. Diese Ringösen können mit den bei uns bereits vorhandenen Batteriepolklemmen verbunden werden.

Metall-Batterieklemme auf Batteriepol, dickes schwarzes Kabel, gelber isolierter Kabelschuh, Schraube und schwarzes Kunststoffgehäuse
Verbindung des Batterieanschlusskabels mit der Batteriepolklemme. © Fritz Berger

Für die Verbindung der einzelnen Leitungen haben wir Verbindungsklemmen benutzt, die auch für Litzenkabel zugelassen sind. Laut Anleitung können aber auch Lüsterklemmen verwendet werden.

Schwarze Batterie mit roten und schwarzen Kabeln und Steckverbindern, umgeben von Kabeln und einem schwarzen Rahmen
Die Leitungen werden mit Verbindungsklemmen angeschlossen. © Fritz Berger

Inbetriebnahme des Berger Solarmoduls

Für die Inbetriebnahme ist die Anschlussreihenfolge zu beachten. Diese Reihenfolge ist auch ausführlich mit Schaubildern in der Montageanleitung der Solaranlage beschrieben. Zuerst wird die Batterie an den Laderegler angeschlossen. Anschließend können Verbraucher direkt an den Verbraucheranschluss des Ladereglers angeschlossen werden. Wir haben diese Option nicht genutzt, da bei uns die Verbraucher am Elektroblock angeschlossen sind. Wenn dieser Anschluss nicht genutzt wird, müssen die Kabel des Verbraucheranschlusses am Laderegler vor Kurzschluss gesichert werden. Als letzter Schritt kann das Solarmodul an den Laderegler angeschlossen werden.

Hier geht's zum Produkttest der Berger Deluxe Solaranlage.

Die Reihenfolge sollte unbedingt eingehalten werden, da es sonst zu Schäden an der Batterie kommen kann. Die Solaranlage ist jetzt einsatzbereit. Über Status-LED für Batterie und Solarmodul am Laderegler kann die Funktionsfähigkeit und der Betriebszustand überprüft werden.

Die verlegten Kabel sollten nun noch mit Kabelschellen oder Kabelbindern befestigt werden, damit sie unter der Fahrt nirgends scheuern können. Allerdings sollte das Mobil drei Tage nicht bewegt werden, damit der Kleber ohne Belastung vollständig aushärten kann.


Fazit: für Laien machbar

Dach eines weißen Wohnmobils mit drei Dachhauben und einem Solarpanel; im Hintergrund Gras, Weg, Sandstrand, Meer und Felsküste
Die fertig installierte Solaranlage. © Fritz Berger

Die Montage einer Solaranlage ist auch für Laien mit Grundkenntnissen in Elektrik möglich und innerhalb eines Tages erledigt. Hilfreich ist es, bei einigen Arbeitsschritten zu zweit zu sein. Die einzelnen Schritte sind in der beiliegenden Montageanleitung gut beschrieben. Das im Set enthaltenen 6,5 Meter lange Solarkabel war bei uns ausreichend lang.

Wir konnten die Anlage schon ausgiebig bei unserer Reise durch Spanien und Portugal testen und möchten sie nicht mehr missen. Wir mussten in den knapp vier Wochen, in denen wir unterwegs waren, nicht ein einziges Mal Strom anschließen. Die Batterie wurde zuverlässig geladen, auch wenn der Himmel etwas bedeckt war.


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