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Aufstelldach – Das Zeltdach auf dem Auto

Stehhöhe und 4 Schlafplätze in Vans und Kastenwagen

Gerade für Familien kann der Urlaub in einem Campervan schwierig werden. Ein Aufstelldach kann hier Abhilfe verschaffen. Denn es bietet nicht nur Stehhöhe, sondern kann auch zwei zusätzliche Schlafplätze beherbergen.


Inhaltsverzeichnis


Was ist ein Aufstelldach?

Ein Aufstelldach ist ein aufklappbares Element auf dem Dach eines Fahrzeuges, durch das man den Wohnraum nach oben hin erweitern kann. So erhält man mehr Kopffreiheit im Innenraum. Zusätzlich kann ein Dachbett in das Aufstelldach eingebaut werden, in dem zwei Erwachsene problemlos schlafen können.

Brauner Camping-Van mit aufgeklapptem Aufstelldach auf Schotter, dahinter Berge und wolkiger Himmel
Mercedes Marco Polo Activity © Daimler AG

Ein Aufstelldach kann elektrisch oder von Hand aufgestellt werden. Dabei bleibt es auf der einen Seite des Fahrzeuges fest mit dem Dach verbunden und richtet sich auf der anderen Seite auf, sodass eine dreieckige Form entsteht.

Hier findest du eine Matratze speziell für das Aufstelldach des Mercedes Marco Polo.

Hand dreht einen Drehknopf an einem Bedienfeld; kleines blaues Display zeigt 'Menü', 'Standheizung', 'Aufstelldach', 'Uhr'
T6 California Ocean © VW Aktiengesellschaft

In einigen Modellen, wie hier bei VW, wird das Aufstelldach automatisch durch den Bordcomputer hochgefahren. Alternativ wird es per Hand hochgedrückt und arretiert, durch Gasdruckfedern hochgedrückt oder mit einem Kurbelmechanismus nach oben gekurbelt.

Grau lackiertes Wohnmobil mit aufgeklapptem Aufstelldach am Ufer eines Sees, im Hintergrund Berge und bewölkter Himmel, links ein bunter Kite am Himmel
Ford Transit Custom Nugget © 2021 Ford of Europe GmbH

Die meisten Dächer bleiben hinten fest und öffnen sich am vorderen Teil. Bei manchen Modellen, wie hier dem Ford Transit Custom Nugget, ist es genau anders herum. Das ist besonders praktisch, wenn du eine Heckküche hast.

Hast du ein Dachbett in deinem Aufstelldach installiert, ruht das Bett auf einem bequemen Lattenrost oder einer Bettfeder-Konstruktion. Die Matratze verbleibt während der Fahrt unter dem eingeklappten Dach. Hier findest du eine bequeme Schlafauflage für das Aufstellbett deines VW T5 California.

Durch einen durchdachten Einklappmechanismus faltet sich der Zeltstoff beim Schließen des Aufstelldachs automatisch nach innen und wird so nicht zwischen Karosserie und Dach eingeklemmt.

Ein Hubdach ist ein senkrecht aufstellendes Dach – es bleibt also weder vorne, noch hinten mit dem Fahrzeug verbunden. Es schafft mehr Kopffreiheit und wird nicht zum Schlafen genutzt.


Vorteile eines Aufstelldaches

Fünf Personen am Strand neben einem offenen Campingbus mit ausgefahrener Markise; zwei Kinder sitzen vor einem orangen Kajak, ein Kind rennt, ein Erwachsener hält einen Drachen, Meer im Hintergrund
T6.1 California © VW Aktiengesellschaft

Mehr Schlafmöglichkeiten
Dank eines Dachbettes im Aufstelldach bieten Fahrzeuge leicht Platz für eine vierköpfige Familie.

Seitenansicht eines silbernen Vans auf einem Strand, zwei horizontale Maßlinien mit Beschriftungen 3050 mm und 1990 mm, im Hintergrund Meer und bewölkter Himmel
T6 California Ocean Aufstelldach © Volkswagen AG

Erhöhung des Wohnraums
Bei hochgeklapptem Dach kann eine erwachsene Person in bestimmten Bereichen des Fahrzeugs aufrecht stehen.

Kaum Vergrößerung der Fahrzeughöhe
Bei geschlossenem Aufstelldach beträgt die Gesamthöhe vieler Campingbusse weniger als 2 Meter. Somit passt das Fahrzeug in die meisten Privatgaragen und öffentlichen Tiefgaragen, die oftmals auf 2,10 Meter begrenzt sind.

Weißer Mercedes‑Van in einem Fotostudio, front-seitliche Ansicht auf glänzendem Boden, sichtbares Markenemblem am Kühlergrill
Im zugeklappten Zustand fällt das Aufstelldach fast nicht auf © Daimler AG
Weißer Mercedes-Van mit aufgeklapptem Aufstelldach auf reflektierendem Boden vor grauem Hintergrund
Aufgeklappt schafft es mehr Kopffreiheit © Daimler AG

Innenansichten von Fahrzeugen mit Aufstelldach

Innenraum eines Fahrzeugs mit schwarzen Ledersitzen: Fahrersitz, Beifahrersitz, Rückbank, Dachfenster, Vorhänge an den Seitenscheiben, zentrales Display im Armaturenbrett und Bodenschienen
Blick in das Aufstelldach © Daimler AG

Bei geöffnetem Aufstelldach entsteht im Inneren des Wagens viel Kopffreiheit und an der höchsten Stelle eine Stehhöhe von bis zu 3 Metern.

Innenraum eines Campers mit zwei Motorrädern im Heck, einer Leiter zum Hochbett, grauen Schränken, einem drehbaren Sitz und einem Seitenfenster mit Bäumen
Citroen Jumper Biker Solution © Citroen Kommunikation

Das Dachbett erreicht man dank einer Leiter, die während der Fahrt verstaut wird. Schläft man im Dach, kann der Wohnraum während der Fahrt anderweitig genutzt werden. In der Biker Solution des Citroen Jumpers können bis zu zwei Motorräder transportiert werden.

Innenraum eines Zeltes mit Bett: Matratze, gelbe Decke, Kissen, geöffnete Netzfenster, Sand und Himmel draußen; auf der Ablage unter dem Bett liegt eine Sonnenbrille
Tolle Rundumsicht © EuroCaravaning

Die Fenster des Aufstelldachs lassen sich von Innen öffnen. Das schafft eine tolle Rundumsicht. Bei manchen Modellen kann der komplette Zeltstoff abgenommen werden. So schläft man wirklich unter freiem Himmel.

Zwei Kinder liegen unter dem geöffneten Aufstelldach eines weißen Vans am Strand, Decken und Dünen im Hintergrund
gemütlicher Schlafbereich im T6.1 California © Volkswagen AG

Der gemütliche Schlafraum im Aufstelldach ist vor allem bei Kindern beliebt. Doch auch für Erwachsene ist genug Platz.

Die Schlafflächen in diesen beispielhaft ausgewählten Modellen betragen:

  • 2,30 x 1,30 Meter (Pössl Campster)
  • 1,92 x 1,36 Meter (Weinsberg X-Cursion)
  • 1,90 x 1,30 Meter (Adria Van 3Way)
  • 1,85 x 1,12 Meter (Reimo Toscana)

Im Sommer wird es in deinem Aufstelldach ähnlich warm wie in einem Zelt. Du solltest deswegen darauf achten, ausreichend zu lüften. Auch Wintercamping ist mit einem Aufstelldach möglich. Bei milden Temperaturen schützt dich ein guter Schlafsack. Bei Minusgraden kannst du dein Aufstelldach schützen, indem du es in eine „Mütze“ packst. Also eine zusätzliche Außenhaut, die als Isolation um die Zelthaut gelegt wird.

Hier findest du etliche Modelle von Campingbussen mit Aufstelldach und viele Details hinsichtlich Preis, Länge, Sitzplätze und Schlaffläche.


Aufstelldach nachrüsten

Bei einigen wenigen Modellen, wie dem Peugeot Expert Tepee, ist ein Aufstelldach an eine Neuwagenbestellung gekoppelt. Bei allen anderen gibt es die Möglichkeit, Aufstelldächer auf Vans oder Kastenwagen nachzurüsten. So kannst du nahezu jedes Fahrzeug umrüsten und Stehhöhe im Inneren erreichen oder Schlafgelegenheiten für zwei zusätzliche Erwachsene schaffen.

Die Umbauarbeiten dauern 1,5 bis 6 Tage und werden nur von sehr wenigen Automanufakturen in Deutschland durchgeführt. Das liegt daran, dass die Arbeitsschritte sehr kompliziert sind. Eine davon ist SCA-Service.

Dachausschnitt
Zuerst muss das Dach passgenau ausgeschnitten werden. Dazu braucht es Fingerspitzengefühl und Spezialwerkzeug. Wird dieser Schritt nicht korrekt ausgeführt, kann es sein, dass später Wasser durch den Ausschnitt eintritt.

Zwei Personen heben eine Dachbox auf das Dach eines roten Kleinbusses in einer Werkstatt
Das Aufstelldach wird eingesetzt © SCA

Einsetzen des Schlafdaches
Danach wird das Schlafdach eingesetzt und fixiert. Für manche Fahrzeuge gibt es Standard-Aufstelldächer, für alle anderen werden die Aufstelldächer maßgefertigt. 

Das SCA-Programm umfasst 25 Dachtypen und eine Reihe Hochdächer. Alle SCA-Dächer werden in Serie gefertigt und sind auf das jeweilige Basisfahrzeug entwickelt.

Rotes Fahrzeug mit aufgeklapptem grauem Aufstelldach in einer Halle mit sichtbarer Metalldecke und Leuchten
© SCA

Lackieren in Wagenfarbe
Das Schlafdach muss jetzt in der Wagenfarbe (oder der Farbe deiner Wahl) lackiert werden. Du kannst dir manchmal übrigens auch die Farbe des Zeltstoffes aussuchen, der dein neues Aufstelldach umspannt.

Bei SCA-Dächern wird in der Fertigung Gel-Coat verwendet und somit muss das Dach nicht lackiert werden, sofern ein weißes Dach gewünscht wird. Der Gelcoat bietet ohne Nachbehandlung eine Class-A-Oberfläche. Bei anderen Farbwünschen werden die Dächer ab Werk in jedem gewünschten Farbton lackiert, bis hin zu Sonder- und Effektlackierung oder, wenn das Fahrzeug schon älteren Datums ist, auch mit „künstlich gealterter“ Lackierung versehen.

Glatzköpfiger Mann in schwarzem T‑Shirt hält eine Kartuschenpistole und trägt Dichtstoff auf ein dunkles Metall-Dachpaneel auf; Kartonpaletten im Hintergrund
© SCA
Ein Mann mit Bart greift durch eine offene Dachluke im Innenraum eines Fahrzeugs; außen sind Metallträger sichtbar
© SCA

Aufarbeitung des Innenraums
Wird das Aufstelldach beheizt, werden Luftauslässe und –klappen installiert. Auch Stromkabel für Leselampen oder USB-Ladesteckdosen müssen eventuell verlegt werden. Da die Lüftungsauslässe an ihrer ursprünglichen Position durch die hochklappbare Liegeeinrichtung nicht mehr funktionieren, werden sie an die Fahrzeugseite verlegt. Des Weiteren können im Schaumkern der Dachschale beispielsweise Verkabelungen oder Möbelanker eingebettet werden, sodass diese ansonsten nicht in Erscheinung treten. Der Schaumkern selbst wirkt gleichzeitig isolierend. 

Geöffnete graue Stoffkonstruktion mit aufgeklapptem Deckel, gefaltete graue Matte auf Metallrahmen mit Gurt, Holzlatten darunter sichtbar, weiße Kante unten, verschwommene Person in roter Jacke rechts
© SCA

Einbau Himmel
Zum Schluss wird der Dachhimmel oder die Klappe installiert, mit der das Aufstelldach vom Innenraum getrennt wird.

Für den Einbau eines Aufstelldaches durch eine Fachwerkstatt musst du mit Kosten von mindestens 5.000 Euro rechnen.

Bist du handwerklich geschickt? Dann kannst du den Umbau auch selbst angehen. Am besten lässt du dich vorher von einem Mechaniker einer Automanufaktur schulen.

Zwei Personen in roten Poloshirts stehen an einem weißen Fahrzeug mit aufgeklapptem Aufstelldach; im Hintergrund ein weiteres Fahrzeug, im Vordergrund ein Metallgeländer
© SCA
Person mit Glatze und Bart in rotem T‑Shirt hält eine Plane an der Seite eines Fahrzeugs; Deckenbeleuchtung und ein Geländer im Innenraum sichtbar
© SCA

Für unterschiedlichste Automarken und Kastenwagentypen bietet die Marke SCA der C.F. Maier-Firmengruppe, die uns das Bildmaterial zur Verfügung gestellt hat, das passende Aufstelldach. SCA beliefert große und kleine Hersteller in ganz Europa, bietet aber auch Privatkunden einen Nachrüstungs-Service für Kastenwägen an. Das Produktspektrum reicht von standardisierten Dächern bis hin zu Spezialanfertigungen. Informationen zu SCA gibt es hier.


Aufstelldach beim Wohnwagen

Aktuell gibt es zwei Wohnwagenhersteller, die Aufstelldächer auf ihren Wohnwagen anbieten.

Weißer Wohnwagen auf grasigem Feld, Bäume im Hintergrund, bewölkter Himmel
Das Dachbett gibt es bei LMC als Sonderausstattung © LMC Caravan GmbH & Co. KG

Ein Aufstelldach gibt es bei LMC als Sonderausstattung. Dabei wird der Dachausschnitt durch zwei Schiebetüren vom Wohnraum getrennt und kann durch eine Leiter erreicht werden. Das dort verbaute Dachbett misst 2,34 x 1,33 Meter und bietet Platz für zwei Erwachsene. Vorsicht: Die maximale Belastung liegt bei 160 kg. Das Aufstelldach ist gut isoliert und somit wintertauglich.

Weißer Wohnwagen mit aufgestelltem Klappdach, zwei seitlichen Fenstern, sichtbarem Rad und Hecklichtern
Im Eriba Feeling kann das Dachbett optional nachgerüstet werden © Hymer GmbH & Co. KG

Auch in Wohnwagen von Eriba, wie dem Modell Feeling, kann man ein Aufstelldach als Sonderausstattung wählen. Das Dachbett misst 1,93 x 1,50 Meter und wird dank eines verbauten Warmluftausströmer beheizt. Nach dem Aufbau erhöht sich das Caravandach um 18 cm und das Gewicht des Wohnwagens um 90 kg.

Bei Einbau eines Aufstelldaches kann an dem Wohnwagen keine Dachmarkise mehr befestigt werden.


Fazit: noch mehr Urlaubsfeeling für Vans und Kastenwagen

Ein Aufstelldach schafft Platz – und somit viel mehr Möglichkeiten. Dank der geschaffenen Stehhöhe im Innenraum eines einst kleinen Vans kann man auch mehrere verregnete Tage problemlos im Inneren des Fahrzeuges verbringen. Und auch Familien können dank der zusätzlichen Schlafplätze mit dem normalen Familienauto in den Urlaub fahren. Dem nachgerüsteten Aufstelldach sei Dank.

Autor/in

Svenja

Svenja ist seit Jahren mit Mann, Kind und Hund im Zelt und Wohnwagen durch Europa unterwegs. Sie liebt die Entschleunigung, die man beim Campen erfährt.
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